Über Schloss Burgpreppach
Die Location, die wir für unsere Hochzeitsfeier gewählt haben, ist nicht nur ein wunderschöner Ort, sondern auch ein Ort voller Geschichte.
Die Herren von Preppach hatten ihren Sitz ursprünglich im Ort und wurden erstmals im 13. Jahrhundert als fränkisches Adelsgeschlecht vermerkt. Die Preppacher waren im Hochmittelalter Dienstmannen der Grafen von Henneberg und später der Herren von Milz. Als “Dienstmannen” bezeichnete man früher Ministeriale, eine Art von Knecht, die im Dienst von Adligen und geistlichen standen und für diese z. B. Güter verwaltet haben. Die Familie Fuchs stand in den Diensten der Hochstifte Würzburg und Bamberg. Ob die Familie bereits vor der Arbeit einen Adelstitel hatte und worauf dieser zurückgeht, ist leider schwer herauszufinden, da die Aufzeichnungen leider nicht weiter als bis 1218 reichen. Da vom 11. Bis ins 13. Jahrhundert die Klasse der Dienstmannen mit dem Adel zunehmend verschmolz, und die Aufzeichnungen leider erst mitten in diesem Prozess beginnen, konnten wir nicht herausfinden, ob das Geschlecht durch eine Heirat oder bereits vorher eine gräfische Linie war. In einigen Aufzeichnungen ist von Rittern die Rede.
Das Schloss Burgpreppach ist seit dem frühen 14. Jahrhundert im Besitz der Familie Fuchs. Die Familie Fuchs hat zahlreiche Nebenlinien und benennt sich nach dem jeweiligen Wohnsitz. Doch wie kommt es dazu, dass das Schloss Burgpreppach nicht in den Händen von der Familie Fuchs von Burgpreppach ist? Die Familie Fuchs von Burgpreppach starb leider bereits im 16. Jahrhundert aus. Das letzte bekannte Mitglied war Sigmund Fuchs zu Burgpreppach, der 1541 verstarb. Sigmund Fuchs zu Burgpreppach war allerdings nicht kinderlos: Er hatte eine Frau, die ihm 8 Töchter schenkte, lehensrechtlich konnte er allerdings weder seiner Frau noch seinen Töchtern den Titel und das Schloss vererben. Es kam zu Streitigkeiten zwischen seiner Frau, den Töchtern und den bereits damals zahlreichen Nebenlinien. Das Erbe trat die Familie der heutigen Schlosseigentümer an – Familie Fuchs von Bimbach.
Die Linie der Familie Fuchs von Bimbach hält bis heute an – wenn auch nicht mehr mit Titel. Diese alte fränkische Adelsfamilie ist 1987 mit dem Tod von Dietrich Julius Freiherr von Fuchs von Bimbach im Mannesstamm erloschen. Das Schloss erbte seine Tochter: Monica von Deuster-Fuchs von Bimbach und Dornheim. Der Name wird von ihrer Tochter Stephanie Fuchs von Bimbach weitergeführt. Der Adelstitel konnte nicht an weibliche Mitglieder vererbt werden.
Das Schloss, das wir heute sehen, ist nicht mehr das Schloss, mit dem alles begann: an seiner Stelle stand bis ins 18. Jahrhundert eine Wasserburg, die im Laufe des Baus des heutigen Schlosses komplett abgetragen wurde. Euch kommt die Architektur bekannt vor? Dann habt ihr ein gutes Auge und habt in Geschichte gut aufgepasst! Der Architekt, der 1715 mit dem Bau begann war Joseph Greissing, der z. B. das Priesterseminar, den Nordflügel des Julius-Spitals oder die Neubaukirche in Würzburg gestaltete. Abgelöst wurde er nach seinem Tod vom berühmten Architekten Balthasar Neumann, der auch heute noch vielen Personen ein Begriff ist – selbst, wenn man wenig Interesse an Geschichte und Architektur hat. Balthasar Neumann war unter anderem für den Bau der Wallfahrtskirche Vierzehnheiligen und der Residenz Würzburg verantwortlich.
Die Schlossherrin Monica von Deuster begann 1986 mit einer aufwendigen Sanierung des Anwesens. Der Ostflügel dient seit 1996 wieder als privater Wohnsitz der Familie von Deuster-Fuchs von Bimbach und Dornheim. Das Schloss konnte zwischenzeitlich an die Kanalisation angeschlossen werden, auch die Dachflächen wurden neu eingedeckt. Dem Wohnkomfort dienen eine Zentralheizung und neue, stilgerechte Fenster. Im Sommer werden klassische Konzerte im historischen Festsaal im ersten Stock veranstaltet.
Und was passiert jetzt im Schloss? Stephanie Fuchs von Bimbach wohnt mittlerweile in München und hat dort ihren Lebensmittelpunkt. Herr und Frau von Deuster-Fuchs von Bimbach und Dornheim sind mittlerweile ebenfalls ausgezogen und in ihre Räumlichkeiten sind Flo und Juli – von Little Wild Me, einer Eventagentur – gemeinsam mit ihrem Kind eingezogen. Das Schloss wird von den beiden zunehmend mehr belebt. Neben Hochzeiten, Shootings und Konzerten, finden auch regelmäßige Dinner-Abende und Special-Events statt. Übernachtungen im Schloss sind im Ferienwohnungsflügel – wenn ihr davorsteht, der linke Flügel – auch unter dem Jahr außerhalb von Events möglich.
Einen besonderen Blick möchten wir auch auf die deckenhohen Gobelins im Festsaal werfen. Aus kunsthistorischer Sicht sind sie mit Abstand der beeindruckendste und wichtigste Teil des Schlosses. Bei diesen Gobelins handelt es sich um “falsche Gobelins”. Die Motive wurden auf raues Leinen gemalt, um die Illusion von gewebten Gobelins, die durch ihre Webart Muster erhalten, möglichst echt wirken zu lassen. Es handelt sich dabei wichtige Artefakte, die in Europa kaum ein zweites Mal so zu finden sind. Sie wurden 1717 angefertigt und in der Vergangenheit fachgerecht restauriert. Die Motive der Gobelins zeigen Szenen aus der Antike.
Heute bekommt das Schloss neues Leben durch die Eventagentur “Little Wild Me” eingehaucht. Auch außerhalb von Hochzeiten finden viele spannende Veranstaltungen und Dinners statt.
Über Ebern – Bayerns schönstes Kegelspiel und Davids Heimat
Wie ihr sicher wisst, ist Ebern Davids geliebte Heimat und über die Jahre hinweg hat auch Chris viele Erinnerungen in Ebern gesammelt und auch ihm ist die unterfränkische Stadt im Landkreis Haßberge ans Herz gewachsen.
Für uns bedeuten Ausflüge nach Ebern immer Zeit mit der Familie, Erholung und Entschleunigung.
Die Stadt hat eine gut erhaltene Altstadt und wird noch in einem großen Teil von ihrer mittelalterlichen Stadtbefestigung umgeben. Ebern ist Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Ebern, die insgesamt 35 Gemeindeteile – darunter Dörfer, Kirchdörfer, Einöden, Pfarrdörfern und Weiler – vorweisen kann.
Das Gründungsdatum der Stadt ist nicht genau festgehalten, da aber bereits 1151 eine Schenkung des Weilers „Lützelebern“ an „Kleinebern“ geschieht, ist davon auszugehen, dass bereits eine größere Siedlung – „Großebern“ – besteht. Die Siedlung könnte bereits im 7. Jahrhundert nach Zerfall des Thüringer Reiches entstanden sein.
Aber wieso Ebern? Man geht davon aus, dass der Name der Stadt kein Zufall ist, sondern tatsächlich etwas mit dem Tier zu tun hat. So ist es nicht nur in Ebern an einigen Stellen zu entdecken, man geht davon aus, dass der Name in Erinnerung an einen germanischen Eber-Kult entstanden ist.
Ebern gehört bereits seit 1216 zum Hochstift Würzburg. Zu diesem Zeitpunkt war die Stadt aber tatsächlich verpfändet. Die akute Finanznot der Fürstbischöfe und auch die Kostendeckung für den Krieg, macht das verpfänden von Ortschaften notwendig.
1232 wurde die Civitas – also eine befestigte Stadt – zu einer Pfarrei erhoben und trennte sich dadurch mit 32 Dörfern von er ursprünglichen Pfarrei Pfarrweisach ab. Auch Pfarrweisach existiert heute noch. Das Stadt- und Befestigungsreht erhielt die Civitas Ebern durch Kaiser Ludwig von Bayern im Jahre 1335.
Ebern war gut angeschlossen! Mitten durch die Civitas führte eine Handelsstraße von Bamberg nach Sachsen und von Nürnberg bis Erfurt.
So friedlich wie diese kleine Stadt auch wirkt, die Anwohnenden haben sich nichts gefallen lassen. Sie setzten sich Ende des 14. Jahrhunderts gegen ungerechte Besteuerung durch das hochverschuldete Hochstift ein und wurden Teil des „Elfstädtebundes“. Wie standen unter Schutz des König Wenzel, auch wenn die alten Rechte des Bistums nie in Frage gestellt wurden. König Wenzel wird als schwach beschrieben und sein Schutz hielt nur zwei Jahre. Nach zwei Jahren des Aufstandes forderte König Wenzel die Bürger*innen auf dem Bistum erneut zu huldigen. Doch damit war der Aufstand nicht gebrochen. Ein Jahr später – 1400 – kam es zur Schlacht von Bertheim, bei der die letzten Aufständigen endgültig unterlagen. Der Mut der Eberner hat sie allerdings bereits vor der Schlacht verlassen und nahmen als einzige Stadt des Bundes nicht an dieser Schlacht teil.
Krankheiten machten vor Ebern auch keinen Halt. Ab 1463 ist ein Leprosorium – ein Lepra-Siechenhaus – nachweisbar.
Im 15. und 16. Jahrhundert wurde die Stadtmauer – inklusive der 4 bereits bestehenden Türme und dem Grauturm – weiter ausgebaut.
1500 kam es erneut zu Aufständen an denen sich auch die Eberner beteiligten. Es kam zu Plünderungen und Güter wurden verwüstet und niedergebrannt. Getäuscht vom Amtsmann der Würzburger Amtsburg Rauheneck bei Vorbach – er gab vor sich der Revolution anzuschließen – zogen die Ebern weiter und machten sich auf um unter anderem das damalige Schloss Burgpreppach zu verwüsten.
Die Teilnahme an diesen Ausschreitungen mussten die Eberner aber teuer bezahlen. Nachdem die vereinigten Bauernheere 1525 geschlagen waren, kam es zu einer Huldigungsreise des Bischofs Konrad. Auf dieser Reise wurden die Rädelsführer öffentlich enthauptet – darunter auch Eberner.
Die nächste größere Not brachte der Dreißigjährige Krieg mit sich. Die Soldaten quartierten sich mehrfach innerhalb der Stadtmauern ein und die Bürger*innen hatten die Aufgabe neben sich und ihren Familien auch die Truppen zu verpflegen und zu versorgen. Die Soldaten kamen nicht allein – sie brachten auch Krankheiten und Tod mit sich. Die Pest. 1647 bestand die Stadt nur noch aus 64 Familien, vor dem Krieg und der Seuche aus 215.
Weitere Auseinandersetzungen kamen, eine französische Division schlug ihr Lager vor Ebern auf und auch andere zogen an Ebern vorbei – die Stadt blieb dabei aber weitestgehend unversehrt.
Ebern wurde nach der Säkularisation des Hochstiftes ein Teil des Großherzogtums Würzburg und dadurch ein Teil des Königreichs Bayern.
Während der NS-Zeit konnten die NSDAP 332 Stimmen verbuchen und die Bayerische Volkspartei 457. Eine örtliche Gruppe der NSDAP wurde zwar gegründet, es sind aber keine schwerwiegende Ausschreitungen gegenüber jüdischen Bürger*innen zu vermerken. Ebern ergab sich im Krieg kampflos. Besetzt wurde Ebern von amerikanischen Solat*innen. Der Befehlshaber hatte seine Räumlichkeiten im zweiten Geschoss es Rathauses.
1927 wurde Raiffeisen-Volksbank Ebern gegründet. Für Davids Familie mütterlicherseits kein so unbedeutendes Ereignis. Die jetzige Filiale der Raiffeiesen-Volksbank ist auf dem Grundstück gebaut worden, auf dem Opa Elmars Elternhaus stand. Erst nach dem Verkauf wurde das Haus in der Lützeleberner Straße gebaut.
In der neueren Zeit gibt es nur wenig spannende und historisch wichtige Dinge zu berichten. Die örtliche Kaserne wurde 2004 geschlossen und wie mittlerweile leider üblich wurden in Ebern diverse öffentliche Dienststellen gestrichen und verlagert. Die Polizeidienststelle konnte erhalten bleiben.
Doch warum jetzt eigentlich Bayerns schönstes Kegelspiel? In E